Skip to content

Polygon 2012 - Meine Nominierungen

Polygon2012

2012 ist gänzlich Geschichte und nun geht es los mit den Rückblicken auf das vergangene Jahr, dem Rekapitulieren und Überlegen, was einem so im Kopf hängen geblieben ist.

Und wie jedes Jahr ist es Zeit, dass auch ich meine Stimme abgebe, welche Spiele im letzten Jahr so an mir hängen geblieben sind. Ich hätte gerne mehr über die zockende Seite in meinem Leben geschrieben, aber ich komme ja schon mit den ganzen Filmen nicht hinterher, werde aber keine Besserung geloben, ich nehme mir ja nie etwas fürs nächste Jahr vor. So müsst ihr also damit leben.


Nun aber mal los. Es sind nicht ganz 10 Titel geworden, da ich auch einiges an älteren Spielen in der Konsole hatte, aber egal, dabei sein ist alles! Daher kommen wir nun zu meinen sieben Nominierungen für den Polygon 2012:


Cthulhu Saves the World

CStW
Cthulhu Saves The World (Quelle: Zeboyd Games)
Zu allererst eine lobende Erwähnung, denn dieses Spiel ist schon wesentlich länger veröffentlicht. Trotzdem wollte ich es anführen, ist mir doch egal, welches Jahr an einem Titel klebt. CStW ist ein typisches RPG im 16Bit Gewand mit allem was dazugehört: Zufallskämpfen, einer Party, Dungeons und der obligatorischen Weltkarte. Die Anlehnung an Spiele wie "Final Fantasy" oder "Breath of Fire" sind nicht von der Hand zu weisen. Die Story selbst ist unterhaltsam, aber einfach gehalten: Cthulhu wurde all seiner Kräfte beraubt und um sie wieder zurückfordern zu können, muss er ein wahrer Held werden, nicht gerade das, was dem grummeligen Tentakelgesicht wirklich Spaß bereitet. Die Dungeons sind übersichtlich und bieten meist die übliche Kost aus Kämpfen und Schalter-Rätseln. Ein wirklich guter Aspekt an der Sache ist aber: Jeder Dungeon und auch die Weltkarte verfügen über einen festgelegte Anzahl an Zufallskämpfen. Hat man diese bestritten, so wird man nicht mehr angegriffen, außer, der Spieler selbst fordert über das Menü weiter Begegnungen. Eine wirklich gute Idee, an der sich andere Spiele dieser Art gerne eine Scheibe abschneiden können. Zusammengefasst: CStW bietet für sehr kleines Geld einiges an Retro-Spielspaß für zwischendurch.

 


The Walking Dead

The Walking Dead
The Walking Dead (Quelle: Tell Tale Games)
Von kosmischen Grauen weiter zu den lebenden Toten. Nach der Ankündigung, dass Tell Tale Games ein Spiel in Anlehnung an die Comics von "The Walking Dead" herausbringen würde, war ich doch etwas skeptisch. Trotzdem schlug ich zu, sobald das Spiel auf dem XBox Marketplace veröffentlicht wurde. Und was soll ich sagen? TWD ist sicher nicht das technisch beste Spiel dieser Konsolengeneration, aber wohl eines der am besten erzählten. Der Schritt, eine eigene Geschichte im TWD-Universum zu erzählen anstatt auf die bekannten Charaktere und Geschehnisse zurück zu greifen, erwies sich als goldrichtig. Die Umsetzung als Point and Click Adventure mit QTE-Einlage mag, zu erst, etwas seltsam anmuten, wenn man aber dann einmal selbst Hand angelegt hat, wird einem schnell klar, dass dies die richtige Herangehensweise war.

 

Angenehm war auch die Darstellung der verschiedenen Charaktere und wie sich ihre Beziehungen zueinander verändern. Oft bin ich mit meinen Bemühungen abgesoffen, wenn ich versucht habe, es allen recht zu machen.

Ja, ich habe jede einzige Episode des Spiels durchgesuchtet wie nichts, habe immer ungeduldig auf die Fortsetzung gewartet und blieb nach dem Ende noch etwas traurig guckend in meinem Sessel zurück, als das letzte Mal der Abspann lief.

Ich freue mich auf die angekündigte zweite Staffel und hoffe, dass Tell Tale den eingeschlagenen Weg weiterhin so gut fortsetzten wird, wie sie es mit diesem Spiel geschafft haben.


Binary Domain

Binary Domain
Binary Domain (Quelle: Sega)
Tokyo, irgendwann in der Cyberpunk-Zukunft. Roboter sind inzwischen ganz normale Arbeitskräfte und der Meeresspiegel ist stark angestiegen. Im Prinzip alles so, wie man sich diese Art der Zukunft ausmalt. Die Herstellung von Robotern, die dem Menschen bis ins Detail gleichen, sogenannte "Hollow Children", ist durch die Genfer-Konventionen verboten. Als einige dieser "Hollow Children" die Zentrale eines amerikanischen Robotik-Unternehmens angreifen, wird eine sogenannte "Rust Crew" nach Japan geschickt, denn die Konkurrenz steht in Verdacht, für diesen Angriff verantwortlich zu sein.

 

"Binary Domain" hatte ich mir gekauft, da ich Lust auf einen neuen 3rd-Person-Cover-Shooter hatte. Wirklich viel außer etwas Ballerspaß hatte ich nicht erwartet. Dann wurde ich aber doch etwas davon überrascht, wie gut gerade die Story und deren Präsentation inszeniert war. Das ganze Spiel erinnert an eine Anime-Serie im Stile von "Ghost in the Shell" mit einer Priese "Blade Runner". Schön war auch die Interaktion der Teammitglieder untereinander, da wird sich mal angepflaumt, dann wieder vertragen, Witzchen werden gerissen und Kaulauer vom Stapel gelassen, immer passend zur Situation. So hatte ich das zuvor noch nicht erlebt. Denn dies sorgt für eine angenehme Dynamik beim Schießbudenlauf.


Lollipop Chainsaw

Lollipop Chainsaw
Lollipop Chainsaw (Queller: WB Games)
Von ernsten Dinge mal rüber zum Edeltrash, denn genau das ist "Lollipop Chainsaw", die Zusammenarbeit von Entwickler Suda 51 (No more Heroes) und Drehbuchautor James Gunn (Slither, Super). Die Story ist schnell erzählt: Eines Tages wird die High School unserer Protagonistin von Zombies überrannt. Das macht aber nichts, denn die Kleine gehört zu einem Clan Zombiejäger, also schmeißt sie sich in ihr Cheerleader-Kostümchen, packt die Kettensäge ein und macht sich an die Arbeit. Dummerweise verliert ihr Freund den Kopf, aber dank etwas schwarzer Magie baumelt er schon bald an ihrem Röckchen.

 

Auch wieder einer der Titel, die ich mal so für zwischendurch besorgt hatte und die sich dann als erstaunlich unterhaltsam erwiesen, denn "Lollipop Chainsaw" nimmt sich niemals selbst ernst und zieht das mit dem trashigen Grind House Look voll durch. Es spielt genüsslich überdreht mit der Horror-Popkultur und bietet dann auch noch einen super Soundtrack. Das Kampfsystem mit seinen Combos ist nicht zu komplex und bietet so genug Möglichkeiten, sowohl für Spieler die lieber Button-Mashing betreiben, als auch diejenigen, die etwas mehr Taktik möchten.


Spec Ops: The Line

Spec Ops
Spec Ops (Quelle: Yager)
Ein verheerender Sandsturm walzt die Metropole Dubai nieder. Die USA schicken Truppen, um bei der Evakuierung zu helfen. Doch schon bald hört man von diesen nichts mehr. Ein kleines Spec Ops Team wird los geschickt, um die Lage zu klären und die verschwundene 33. Kompanie zu finden. Doch auf das, was die Männer in Dubai stoßen werden, sind sie nicht vorbereitet und mit ihnen auch nicht der Spieler.

 

"Spec Ops: The Line" ist ein ambitioniertes, deutsches Projekt der Yager Studios. Das Spiel ist an das Buch "Herz der Finsternis" von Jospeh Conrad angelehnt, welches schon die Vorlage zum Film "Apocylpse Now" war.

Auf den ersten Blick ist das Spiel einfach nur ein hübsch anzusehender Shooter, doch je länger man sich mit ihm beschäftigt, umso bedrückender wirkt das Geschehen auf einen und man beginnt zu zweifeln, ob das eigene Handeln wirklich gut und hilfreich ist und ob die Eindrücke, die man sammelt, alle wirklich real sind. Gerade diese Atmosphäre ist etwas, dass man selten in Spielen so präsent antrifft. Auch das Fehlen des sonst so oft anwesenden Hurra-Patriotismus ist mehr als nur angenehm. Zusammengefasst halte ich "Spec Ops" für ein sehr ambitioniertes und gelungenes Projekt und ich freue mich, dass Yager damit auch Erfolg hatte und zeigte, dass deutsche Entwickler auch was auf dem Kasten haben können.


Journey

Journey
Journey (Quelle: That Game Company)
Bleiben wir doch gleich bei den Themen "Sand" und "total hübsch". In "Journey" begibt man sich auf eine Reise auf den Spuren seines Volkes. Ganz ohne Sprache, nur in Bildern wird hier eine Geschichte über ein geheimnisvolles Volk erzählt. "Journey" ist fast schon als meditativ zu bezeichnen, wie man durch die Landschaften streift und sich seinen Weg bahnt. Aber das wahre Highlight ist nicht die wunderschöne Grafik oder die melancholisch Stimmung, sondern die Momente, in denen man nicht mehr alleine reist, wenn man auf einen weiteren Reisenden trifft und zusammen seinen Weg fortsetzt.

 

Für mich war das Spiel eine wunderbare, kurzweilige Reise, die immer mal wieder zum erneuten Spielen einladen wird.


XCOM: Enemy Unknown

XCom Enemy Unknown
XCom Enemy Unknown (Quelle: Firaxis)
Vor gut 20 Jahren suchtete ich mit meinen Kumpels ein Spiel: "Ufo", in anderen Ländern auch als "XCom" bekannt. Es war keiner dieser Ego-Shooter oder Jump'n'Runs, sondern waschechte Rundenstrategie mit Micromanamgement, recht komplex, fordernd und manchmal etwas unfair. Aber so motivierend, dass wir nicht die Finger davon lassen konnten. Auch noch nach ein paar Jahren landete das Spiel immer mal wieder auf meiner Festplatte.

 

Dass nun bald ein Shooter mit der XCom-Lizenz kommen sollte, war schon lange bekannt, dann wurde es ruhig um dieses Projekt und plötzlich tauchte ein weiteres XCom Game auf. Schnell war klar, dass sich dieses stark an seinem Vorbild orientieren würde und so war es auch. Taktische Rundenkämpfe, etwas Micromanagement, welches, nach meiner Meinung, gerne noch etwas komplexer hätte sein können, und schon war man wieder auf dem Trip und jagte Aliens. "XCom" hatte für mich in 2012 DEN Suchtfaktor schlechthin, "nur noch mal eben etwas forschen", "och, nur noch diese eine Mission, dauert sicher auch nicht lange", "nur noch schnell etwas PSI-Forschung" und so weiter. Ein mutiges Projekt von Firaxis, von dem ich hoffe, dass es genug Erfolg hatte, um sich auszuzahlen.


Und das waren sie, die Nominierungen für das Polygon 2012. Klar habe ich noch mehr gespielt, allerdings sind ein paar der Spiele nicht der Rede wert, noch nicht wirklich weit gespielt oder einfach nicht aus dem Jahr 2012. In einem weiteren Rückblick werde ich auf die anderen Spiele noch etwas mehr eingehen.

tweetbackcheck